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Karrlchen Karrlchen ist weiblich
Böswilliges Hexenweib


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Zusammenfassung von Knobel & Grübel Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Ich möchte hier piratins geschichte von knobel 6 grübel gerne zusammen fassen damit man in einen Rutsch die geschichte lesen kann

zum eigentlichen thema geht es hier entlang

*die mäusestrategie* geschichte



~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


in einem weit entfernten land lebten vor langer zeit vier kleine wesen in einem labyrinth.
in diesem labyrinth liefen sie unaufhörlich herum und suchten nach käse, der sie satt und glücklich machte.
zwei der wesen waren mäuse namens *schnüffel* und *wusel*, und zwei waren zwergenmenschen- wesen, die so winzig wie mäuse waren, aber ganz ähnlich aussahen und sich ähnlich verhielten wie die menschen von heute.
sie hießen *grübel* und *knobel*.

weil die vier so klein waren, konnte man leicht übersehen was sie taten. aber wenn man nur genau genug hinblickte, konnte man die erstaunlichsten dinge entdecken!
die mäuse und das zwergenpaar verbrachten jeden tag im labyrinth und suchten dort nach ihrem ganz speziellen käse.
die mäuse, schnüffel und wusel, besaßen zwar nur einfache nagergehirne, dafür aber einen guten instinkt. sie suchten nach dem harten knabberkäse, den sie, wie so viele mäuse, so gerne mochten.die beiden zwergenmenschen, grübel und knobel, benutzten ihre gehirne, die randvoll mit meinungen und überzeugungen waren, um eine ganz andere art von käse zu suchen. einen käse, der ihnen, wie sie glaubten, das gefühl geben würde, glücklich und erfolgreich zu sein.

so verschieden die mäuse und die zwergenmenschen auch waren, eines hatten sie gemeinsam: jeden morgen zog jeder von ihnen seinen jogginganzug und seine laufschuhe an, verließ seine kleine wohnung und rannte ins labyrinth hinaus, um seinen lieblingskäse zu suchen.
das labyrinth war ein gewirr von korridoren und kammern, von denen manche köstlichen käse enthielten. es gab jedoch auch dunkle ecken und sackgassen, die nirgendwohin führten. man konnte sich in dem labyrinth leicht verirren.
doch für den der sich zurechtfand, hielt das labyrinth geheimnisse bereit, die ihm zu einem schöneren leben verhalfen.

die mäuse, schnüffel und wusel, wandten die simple, aber wenig effektive empirische methode an, um käse zu finden. sie liefen einfach einen gang hinunter, und wenn der sich als leer erwies, kehrten sie um und nahmen sich einen anderen gang vor.
schnüffel, der über einen hervorragenden riecher verfügte, machte die ungefähre richtung aus, in der der käse zu finden war, und wusel rannte dann voraus. wie man sich denken kann, verirrten sie sich oft, liefen in die falsche richtung und rannten häufig gegen eine wand. die beiden zwergenmenschen, grübel und knobel, wandten dagegen eine andere methode an. sie beruhte auf ihrer fähigkeit zu denken und aus früheren erfahrungen zu lernen. allerdings brachten ihre überzeugungen und gefühle sie manchmal durcheinander. schließlich fanden sie dann alle auf ihre eigene weise das, was sie gesucht hatten: jeder von ihnen entdeckte eines tages am ende eines korridors seine ganz spezielle käsetorte im käselager k.


von nun an zogen die mäuse und das zwergenpaar jeden morgen ihre laufkleidung an und begaben sich ins käselager k.
bald entwickelte dabei jeder seine eigenen gewohnheiten.
schnüffel und wusel wachten weiterhin jeden tag früh auf und rannten durch das labyrinth, immer dieselbe strecke entlang.
wenn sie am zeil waren, zogen sie ihre laufschuhe aus, banden sie zusammen und hingen sie sich um den hals- damit sie sie schnell wieder anziehen konnten, sobald sie sie brauchten. dann ließen sie sich den käse schmecken.
grübel und knobel rannten zunächst auch jeden morgen zum käselager k, um die köstlichen bissen zu genießen, die dort auf sie warteten.
doch nach einer weile nahmen die zwergenmenschen andere gewohnheiten an.
grübel und knobel wachten jeden tag ein bisschen später auf, zogen sich ein bisschen langsamer an und spazierten zum käselager k. schliesslich wussten sie jetzt, wo man den käse fand und wie man dorthin gelangte.

sie hatten keine ahnung, woher der käse stammte oder wer ihn dorthin brachte. sie nahmen einfach an, dass er schon da sein würde.
sobald grübel und knobel morgens im käselager angekommen waren, ließen sie sich nieder und machten es sich gemütlich. sie hingen ihre jogginganzüge auf, stellten die laufschuhe beiseite und zogen ihre pantoffeln an. jetzt, wo sie den käse gefunden hatten, fanden sie das leben sehr bequem.
*das ist toll*, sagte grübel. *hier gibt es für alle zeit und ewigkeiten genügend käse*.
das zwergenpaar fühlte sich glücklich und erfolgreich und dachte, dass es nun ausgesorgt hätte.

es dauerte nicht lange, bis grübel und knobel den käse, den sie im käselager k gefunden hatten, als *ihren* käse betrachteten.
der käsevorat war so riesig, dass sie schließlich ihre wohnung näher an das lager verlegten und ein gesellschaftliches leben um das lager herum aufbauten.
um sich heimischer zu fühlen, verzierten grübel und knobel die wände mit sprüchen und zeichneten sogar käsemuster drumherum, die sie zum lächlen brachten. einer der sprüche lautete:

wer käse hat, ist glücklich.

hin und wieder luden grübel und knobel ihre freunde ein, um ihnen ihren käsehaufen im käselager k vorzuführen. sie zeigten voller stolz darauf und sagten:"ganz ordentlich, der käse da, oder vielleicht nicht?" manchmal gaben sie ihren freunden von dem käse ab, manchmal auch nicht.
"wir haben diesen käse verdient", sagte grübel. "schließlich mussten wir lang und schwer genug arbeiten, um ihn zu finden." er hob ein leckeres und frisches stückchen auf und aß es.

jeden abend watschelten die zwergenmenschen, randvoll mit käse, in ihre wohnungen zurück. und jeden morgen kamen sie zuversichtlich wieder ins lager, um sich noch mehr käse zu holen.
das ging eine ganze zeit lang so weiter.
nach einer weile verwandelte sich grübels und knobels zuvesicht ind arroganz. bald fühlten sich die beiden so wohl, dass sie gar nicht mehr merkten, was vor sich ging.
schnüffel und wusel hingegen behielten ihre gewohnheiten die ganze zeit bei. sie kamen frühmorgens, schnüffelten, scharrten und huschten im käselager k herum und inspizierten das terrain, um herauszufinden, ob sich seit dem vorigen tag etwas verändert hatte. dann hockten sie sich hin und knabberten am käse.

eines morgens kamen sie im käselager k an und entdeckten, dass kein käse da war.
das überraschte sie nicht. da schnüffel und wusel bemerkt hatten, dass der käsevorrat tag für tag kleiner geworden war, waren sie auf das unvermeidliche gefasst und wussten instinktiv, was zu tun war.
sie blickten sich an, griffen zu den laufschuehen, die sie zusammengebunden und sich griffbereit um den hals gehängt hatten, zogen sie an und schnürten sie zu.
die mäuse analysierten die lage nicht übermäßig und belasteten sich auch nicht mit komplizierten überlegungen.

dür die mäuse war das problem genauso einfach wie die lösung. die lage im käselager k hatte sich verändert. also beschlossen schnüffel und wusel, sich ebenfalls zu ändern.
beide blickten ins labyrinth hinaus. dann hob schnüffel seine nase, schnupperte und nickte wusel zu, der ins labyrinth hinein vorausrannte, während schnüffel ihm nachlief, so rasch er nur konnte.

so waren sie schnell auf und davon, um neuen käse zu suchen.
später am selben tag kamen grübel und knobel im käselager k an. da sie den kleinen veränderungen, die sich jeden tag ereignet hatten, keinen beachtung geschnekt hatten, hielten sie es für selbstverständlich, dass ihr käse da sein würde.
auf das, was sie vorfanden, waren sie nicht vorbereitet.
"was! kein käse?" schrie grübel auf. und er schrie weiter:"kein käse? kein käse?", als ob jemand den käse zurückbringen würde, wenn er nur genügend lärm schlug.
"wer hat meinen käse geklaut?" brüllte er.

schließlich stemmte er die hände in die hüften, sein gesicht lief rot an, und er schrie aus leibeskräften:"das ist nicht fair!"

knobel schüttelte einfach nur ungläubig den kopf. auch er hatte sich darauf verlassen, dass sie im käselager k käse finden würden. lange stand er da, so entsetzt, dass er sich nicht mehr rühren konnte. auf diesen anblick war er schlicht nicht vorbereitet.
grübel brüllte irgendwas, aber knobel wollte es nicht hören. er wollte sich den tatsachen nicht stellen und verdrängte erst einmal die neuen tatsachen.
die reaktion des zwergenpaares war zwar nicht sonderlich anprechend oder produktiv - aber verständlich war sie schon.

käse finden war nicht einfach, und ihn zu haben, bedeutete für die zwergenmenschen viel mehr, also nur jeden tag genügend davon essen zu können.
käse finden war für das zwergenpaar der weg, das zu bekommen, was sie ihrer meinung nach zum glück brauchten. jeder kleinmensch hatte seinen eigenen geschmack und seine ganz persönlichen vorstellungen davon, was käse ihm bedeutete.
für macnhe bedeutete käse zu finden, materielle güter zu besitzen. für andere bedeutete es, gesund zu sein oder ein seelisches wohlgefühl zu entwickeln.
für knobel bedeutete käse einfach, dass er sich geborgen fühlen konnte , eines tages eine liebevolle familie um sich zu haben und in einem gemütlichen häuschen in der cheddarstraße wohnen würde.

für grübel bedeutete käse, ein großes tier in leitender position zu werden und eine tolle villa ganz oben auf dem camembert.hügel zu besitzen.
weil der käse ihnen so wichtig war, überlegten die beiden lange hin und her und versuchten zu entscheiden, was sie nun anfangen sollten. ihenen fiel aber nichts anderes ein, als sich weiter im käselager k umzusehen, um festzustellen, ob der käse denn wirklich weg war.
während schnüffel und wusel rasch zu neuen ufern aufgebrochen waren, hörten grübel und knobel nicht auf zu grübeln und zu knobeln.
sie schimpften lauthals, wei ungerecht das alles sei. knobel wurde deprimiert. was was, wenn morgen auch kein käse da sein würde? schließlich hatte er zukunftspläne geschmiedet, die von diesem käse abhingen.

das zwergenpaar konnte es einfach nicht fassen. wie hatte das nur passieren können? neimand hatte sie gewarnt. es war nicht gerecht. es war einfach nicht so, wie es sein sollte.
an diesem abend zogen grübel und knobel hungrig und entmutigt nach hause. aber bevor sie gingen, schrieb knobel an die wand:

je wichtiger dir dein käse ist, desto mehr willst du ihn behalten.

am folgenden tag verließen grübel und knobel ihre wohnungen und kehrten wieder ins käselager k zurück. irgendwie erwarteten sie immer noch, dasss sie dort ihren käse wieder finden würden.
doch nichts hatte sich verändert, der käse war nicht mehr da. das zwergenpaar wusste nicht, was es tun sollte. die beiden blieben einfach stehen, starr wie zwei sälzsäulen.

knobel kniff die augen zusammen, so fest er nur konnte, und presste die hände auf die ohren. er wollte nichts merh hören und sehen.
dass der käsevorrat schon seit langem immer kleiner geworden war, wollte er nicht wahrhaben. er glaubte, dass man ihn auf einen schlag fortgebracht hätte.
grübel analysierte die situation immer wieder aufs neue, und schließlich setzte sich das riesige geflecht aus vorgefassten überzeugungen in seinem gehirn durch. "warum haben sie mir das eigentlich angetan?" fragte er. "was geht hier eigentlich vor?"

irgendwann öffnete knobel dann die augen, sah sich um und sagte:"übrigens, wo sind eigentlich schnüffel und wusel? glaubst du, dass sie mehr wissen als wir?"
"was sollen die schon wissen?" schnaubte grübel verächtlich.
"das sind doch bloß einfache mäuse", fuhr er fort. "sie reagieren lediglich auf die umstände. wir sind zwergenmenschen. wir sind etwas besonderes. wir sollten im stande sein zu klären, was hier los ist. und außerdem haben wir besseres verdient.
falls wir das nicht erleben sollten, dann sollten wir zumindest einen entschädigung bekommen."

"warum sollten wir eine entschädigung bekommen?" fragte knobel.
"weil wir einen anspruch haben", behauptete frübel.
"anspruch worauf?" wollte knobel wissen.
"wir haben anspruch auf unseren käse."
"warum?" fragte knobel.
"weil wir dieses problem nicht verursacht haben", sagte grübel. "das war jemand anderer, und wir sollten etwas dafür bekommen."
"vielleicht", schlug knobel vor, "sollten wir aufhören, dauernd die lage zu sondieren, und einfach losziehen, um neuen käse zu suchen."
"oh nein", widersprach grübel. "ich werde dieser sache auf den grund gehen."
während grübel und knobel immer noch versuchten, zu einer entscheidung zu gelangen, was nun zu tun sei, waren schnüffel und wusel schon gut voran gekommen. sie drangen tiefer ins labyrinth vor, liefen die gänge hinauf und hinunter und suchten in jedem käselager, das ihnen unterkam, nach käse.
sie hatten nichts anderes im sinn, als neuen käse zu finden.

eine ganze weile fanden sie keinen, bis sie in einen teil des labyrinths gelangten, in dem sie zuvor noch nie gewesen waren: in das käselager n.
sie quiekten vor entzücken. hier war, was sie gesucht hatten: ein riesiger vorrat an neuem käse.
sie trauten ihren augen kaum. denn hier lag der größte käsevorrat, den die mäuse jemals gesehen hatten.
grübel und knobel waren währenddessen immer noch im käselager k und überdachten ihre lage. inzwichen begannen sie, die auswirkungen des käsemangels zu spüren. sie wurden frustiriert und wütend und machten sich gegenseitig dafür verantwortlich, dass sie in diese situation geraten waren.

knobel dachte gelegentlich an seine mäusekumpane schnüffel und wusel, und fragte sich, ob sie wohl schon irgendwas an käse gefunden hatten. er vermutete. dass sie es vielleicht schwer hatten, denn für gewöhnlich war es eine reichlich unsicherer angelgenheit, durch das labyrinth zu laufen. aber er wusste auch, dass die unsicherheit wahrschienlich nur eine gewisse zeit anhalten würde.
manchmal stellte sich knobel vor, wie schnüffel und wusel neuen käse entdeckten und ihn sich schmecken ließen. er dachte daran. wie gut es für ihn wäre, wenn er sich auf den abenteuerlichen weg durch das labyrinth machen und leckeren neuen käse finden würde. er den käse beinahe schon schmecken.

je klarer knobel das bild vor augen stand, wei er neuen käse fand und genüsslich aß, desto besser konte er sich vorstellen das käselager k zu verlassen.
"gehe wir" rief er ganz plötzlich aus.
"nein", gab grübel sofort zurück. "mir gefällt es hier. hier ist es bequem. Hier kenne ich mich aus. und außerdem ist es da draußen gefährlich."
"ist es nicht", widersprach knobel. "wir sind früher durch viele teile dieses labyrinths gelaufen, und das können wir auch jetzt wieder."
"ich werde zu alt für sowas", sagte grübel. "und ich habe keine lust, mich zu verirren und mich lächerlich zu machen. du vielleicht?"

als knobel das hörte, packte ihn wieer die angst vor dem schietern, und seine hoffnung, neuen käse zu finden, schwand dahin.
also machte das zwergenpaar weiterhin tag für tag dasselbe. sie gingen zum käselager k, fanden keinen käse und zogen mitsamt ihren sorgen und enttäuschungen wieder nach hause zurück.
sie versuchten, die tatsachen zu leugnen, aber es fiel ihnen immer schwerer einzuschlafen, so dass sie am nächsten tag noch weniger antrieb hatten und reizbar wurden.

ihre wohnungen waren nicht mehr die behaglichen plätzchen von einst. die zwergenmenschen fanden kaum schlaf und wurden von albträumen geplagt, in denen sie keinen käse fanden.
und dennoch kehrten grübel und knobel immer wieder ins käselager k zurück und harrten dort jeden tag aus.

grübel sagte:"weißt du, wenn wir uns nur mehr bemühen, wird sich herausstellen, dass sich gar nicht groß was verändert hat. der käse ist wahrscheinlich ganz in der nähe. vielleicht haben sie ihn nur hinter der muaer versteckt."
am nächsten tag kamen grübel und knobel mit werkzeug zurück. grübel hielt den meisel, während knobel auf den hammer schlug, bis die wand des käselagers ein loch hatte. sie spähten hinein, aber sie fanden keinen käse.
das enttäuschte sie zwar, aber sie glaubten trotzdem, das problem lösen zu können- also fingen sie früher an, blieben länger und arbeiteten härter. aber nach einer weile hatten sie immer noch nichts außer einem riesenloch in der wand.
knobel erkannte allmählich den utnerschied zwischen aktivität und produktivität.
"vielleicht", meinte grübel, "sollten wir uns einfach hinsetzen und abwarten. früher oder später müssen sie uns den käse doch wieder zurückbringen."
knobel wolte das auch gerne glauben. also ging er jedne tag heim, um sich auszuruhen, und kehrte dann zögernd mit grübel zum käselager k zurück. aber dort tauchte nie wieder käse auf.

inzwischen war das zwergenpaar durch den hunger und den stress geschwächt. knobel hatte es allmählich satt, darauf zu warten, dass sich die lage bessern würde. er erkannten immer mehr dass sie umso schlechter dran sein würden, je länger sie in ihrer käselosen lage verharrten.

knobel wusste, dass ihre chancen immer mehr schwanden.
eines tages begann knobel schliesslich, über sich selbst zu lachen. "ha, ha, schau dich doch mal selber an. da mache ich imer das gleiche, und dann frage ich mich, warum es nicht besser wird. das ist doch wirklich zu lächerlich."
knobel gefiel zwar die vorstellung nicht, wieder durch das labyrinth laufen zu müssen, denn er wusste, dass er sich verirren und keine ahnung haben würde, wo er käse auftreiben könnte. abner er musste über seine eigene dummheit lachen, als er erkannte, was seine furcht mit ihm anstellte.

er fragte grübel:"wo haben wir eigentlich unsere jogginganzüge und laufschuhe hingetan?" es dauerte lange, bis er sie gefunden hatte, denn nachdem sie im käselager k ihren käse entdeckt hatten, war alles weggepackt worden, weil sie geglaubt haten, sie würden die sachen nicht mehr brauchen.
als grübel sah, wie sein freund in die laufkleidung schlüpfte, sagte er:" du willst doch nicht etwa wirklich wieder ins labyrinth hinaus, oder? warum wartest du nicht einfach hier mit mir, bis sie den käse zurückbringen?"

"weil er einfach nicht mehr zurückkommt", sagte knobel. "ich wollte das auch nicht einsehen, aber jetzt ist mir klar, dass sie den alten käse nie zurückbringen werden. das war der käsevon gestern. jetzt ist es zeit, neuen käse zu finden."
grübel wandte ein:"aber was, wenn es da draußen keinen käse gibt? oder wenn doch welcher da ist - was, wenn du ihn nicht findest?"
"keine ahnung", antwortete knoebl. er hatte sich diese fragen selbst schon allzu oft gestellt, und er spürte, wie die ängste wieder hochkamen, die ihn da festhielten, wo er jetzt war.

dann aber dachte er daran, wie es sein würde, neuen käse zu finden, und stellte sich die vielen schönen dinge vor, die damit verbunden waren. und so nahm er all seinen mut zusammen.
"manchmal", sagte knoebl. "verändert sich etwas und wird nie mehr so, wie es mal war. scheint, als ob das jetzt passiert wäre, grübel. so ist das leben! das leben geht weiter. und wir sollten mitgehen."

knobel schaute seinen ausgezehrten gefährten an und versuchte, ihn zur vernunft zu bringen. aber grübels furcht hatte sich in ärger verwandelt und er wollte nicht hören.
knobel wollte seinen freund nicht beleidigen, aber er musste einfach darüber alchen, wie dumm sie beide aussahen.
als knobel sich zum gehen fertig machte, fühlte er sichs chon lebendiger, denn er wusste, dass e endlich über sich selbst lachen, loslassen und etwas neues machen konnte.

er verkündete:"das labyrinth wartet!"
grübel lachte nicht und gab auch keine antwort.
knobel hob einen kleinen, spitzen stein auf und ritzte damit einen sinnspruch in die wand, über den grübel nachdenken sollte. wie gewohnt, malte knobel sogar ein käsebild um den spruch herum und hoffte, es würde grübel vielleicht dazu bringen zu lächeln, sich einen ruck zu geben und sich auf die jagd nach dem neuen käse zu machen. aber grübel wollte das bild nicht sehen.
der spruch lautete:

wer sich nicht ändert, kann untergehen.

dann streckte knobel seinen kopf hiniaus und spähte vorsichtig in das labyrinth. er dachte daran, wie er sich in diese käselos lage gebracht hatte.
er hatte geglaubt, dass vielleicht kein käse im labyrinth sei oder dass er ihn vielleicht nicht finden würde. solch angstvolle überzeugungen machten ihn unbeweglich und richteten ihn zu grunde.
knobel lächelte. er wusst, dass grübel sich fragte:"wer hat mir meinen käse weggenommen?" kobel jedoch fragte sich jetzt:"warum habe ich mich bloß nicht schon früher aufgerafft und bin dahin gegangen, wo der käse ist?"
als knobel sich auf den weg ins labyrinth machte, blickte er zu dem ort zurück, von dem er gekommen war, und spürte, welchen trost er bot. er konnte fühlen, wie ihn etwas in sein gewohntes terrain zurückzog - obwohl er dort schon lange keinen käse mehr gefunden hatte.
knobel wurde ängstlich und fragte sich, ob er sich wirklich ins labyrinth hinauswagen wollte. er schrieb einen spruch an die gegenüberliegende wand und starrte eine zeit lang darauf:

was würdest du tun, wenn du keine angst hättest?

er dachte darüber nach.
er wusste, dass angst manchmal nützlich sein kann. wenn man befürchtet, dass die lage noch schlechter wird, falls man nichts unternimmt, kann die angst einen zum handeln bewegen. aber es ist nicht gut, wenn man so große angst hat, dass sie einen davon abhält, irgendetwas zu tun.
er blickte nach rechts, zu dem teil des labyrinths, in dem er noch nie gewesen war, und spürte die nagst.
dann atmete er tief durch, wandte sich nach rechts und joggte langsam los, hinein ins unbekannte.

während er versuchte, den richtigen weg zu finden, machte sich knobel zunächst sorgen, vielleicht schon zu lange im käselager k gewartet zu haben. er hatte so lange keinen käse mehr gegessen, dass er nun geschwächt war. er brauchte länger als gewöhnlich, um durch das labyrinth zu kommen, und es machte ihm mehr mühe als sonst. sollte er jemals wieder die gelegenheit bekommen, beschloss er, dann würde er sich an veränderungen schneller anpassen. das würde vieles leichter machen.
dann lächelte knobel schwach und dachte:"besser spät als nie"
während der ersten tage fand knobel zwar da und dort ein bisschen käse, aber der reichte nicht lange. er hatte gehofft, er würde genug käse finden, um grübel etwas davon bringen und ihm so mut machen zu können, mit ins labyrinth hinauszukommen.

aber dazu fühlte sich knobel selbst noch nicht zuversichtlich genug. er musste sich eingestehen, dass ihm das labyrinth verwirrend vorkam. es schien sich verändert zu haben, seit er das letzte mal hier draußen gewesen war.
immer wenn er gerade dachte, dass er jetzt vorwärts kam, verirrte er sich in den gängen. wie es schien, bestand sein fortschritt darin, zwei schritte nach vorn und einen zurück zu machen. es war eine herausforderung, aber er musste zugeben, dass es nicht annähernd so schlimm war, wieder im labyrinth zu sein und nach käse zu jagen, wie er befürchtet hatte.

doch die zeit verging, und er began sich zu fragen, ob seine erwartung, neuen käse zu finden, überhaupt realistisch war.
er überlegte, ob er sich mehr zugenutet hatte, als er verdauen konnte. aber dann lachte er, als ihm klar wurde, dass er im augenblick überhaupt nichts zu verdauen hatte.
immer, wenn ihn der mut zu verlassen drohte, machte er sich bewusst, dass das, was er jetzt tat, im moment zwar recht unangenehm sein mochte, in wirklichkeit aber viel besser war, als im "lager käselos" zu verharren. er war dabei, das ruder selbst zu übernehmen, anstatt sich einfach treiben zu lassen.
und dann sagte er sich: wenn schnüffel und wusel sich bewegen und etwas neues machen können, dann kann ich das ja wohl auch!

als er später rückschau hielt. erkannte knobel, dass der käse im käselager k nicht einfach über nacht verschwunden war, wie er einst geglaubt hatte. der käsevorrat, der gegen ende noch dagewesen war, war immer mehr zusammengeschmolzen, und die überreste waren schon alt gewesen. sie hatten nicht mehr so gut geschmeckt.
vielleicht hatte der alte käse sogar schon geschimmelt, ohne dass er es bemerkt hatte. er musste sich jedoch eingestehen, dass er die ereignisse, sie sich abgezeichnet hatten, wahrscheinlich hätte vorhersehen können, wenn er nur gewollt hätte. aber er hatte nicht gewollt.

knobel erkannte nun, das ihn die veränderung vermutlich nicht überrascht hätte, wenn er die ganze zeit aufgepasst hätte, was sich um ihn herum tat, und sich auf veränderungen eingerichtet hätte. vielleicht hatten schnüffel und wusel genau das getan.
er legte eine ruhepause ein und schrieb an die wand des labyrinths:

schnupper oft am käse, damit du merkst, wenn er alt wird.

einige zeit später - es kam knobel wie eine ewigkeit vor - stieß er schließlich auf ein riesiges käselager, das vielsprechend aussah. doch als er das lager betrat, musste er zu seiner größten enttäuschung feststellen, dass es leer war.
"dieses gefühl völliger leere habe ich jetzt einfach zu oft spüren müssen", dachte er. er war nah daran, aufzugeben.
knobels körperkräfte ließen immer mehr nach. er wusste, dass er sich verirrt hatte, und er hatte angst, das ganze nichte zu überleben. er dachte daran, umzukehren und zum käselager zurückzugehen. falls ihm dies gelänge und grübel noch dort war, wäre knobel wenigstens nicht alleine. doch dann stellte er sich wieder jene frage:"was würde ich tun, wenn ich keine angst hätte?"
er hatte öfter angst, als er es sogar sich selbst gegenüber gerne eingestand. er konnte nicht immer genau sagen, wovor er angst hatte, aber jetzt, in seinem geschwächten zustand, war ihm klar, dass er sich einfach davor fürchtete, allein weiterzugehen. knebel wusste es zwar nicht, doch er blieb hinter seinen möglichkeiten zurück, weil seine befürchtungen auf ihm lasteten.
knobel fragte sich, ob grübel sich inzwischen auf den weg gemacht hatte oder ob er immer noch von seinen ängsten gelähmt war. dann dachte knobel an die zeiten, in denen er sich im labyrinth am wohlsten gefühlt hatte. das war immer dann gewesen, wenn er sich weiterbewegte.
er schrieb etwas an die wand - als gedächtnishilfe für sich selbst wie auch als hinweis für seinen gefährten grübel, wenn der ihm, wie er hoffte, einmal folgen würde:

wer eine neue richtung einschlägt, findet leichter neuen käse.

dann lachte er über sich. er erkannte, dass seine ängste alles nur noch schlimmer machten. also tat er das, was er getan hätte, wenn er keine angst gehabt hätte. er ging los, in eine neue richtung.
als er den dunklen gang hineinlief, musste er lächeln. knobel hatte es zwar noch nicht erkannt, doch er war dabei, das zu entdecken, was seine seele nährte. er ließ vergangenes los und vertraute auf das, was vor ihm lag, obwohl er nicht genau wusste, was es war.
zu seiner überraschung merkte knobel, wie ihm die sache immer mehr spaß machte.
"warum fühle ich mich nur so gut?" überlegte er. "ich habe doch keinen käse und keine ahnung wo ich hingehe."
bald wurde ihm klar, warum er sich so gut fühlte.
er blieb stehen, um wieder etwas an die wand zu schreiben:

wer losgeht und seine angst hinter sich lässt, fühlt sich frei.

knobel erkannte, dass seine eigene furcht ihn gefangen gehalten hatte. einen neuen weg zu gehen hatte ihn befreit.
jetzt spürte er auf einmal den kühlen luftzug, der in diesem teil des labyrinths wehte und ihn erfrischte. er holte ein paarmal tief atem und fühlte sich durch die bewegung gestärkt. seit er seine angst überwunden hatte, war diese käsesuche schöner, als er für möglich gehalten hatte. es war lange her, seit knobel dieses gefühl gespürt hatte. er hatte fast vergessen, wie viel spaß es machte.
um das angenehme gefühl noch zu steigern, begann knobel sich in gedanken ein bild auszumalen. er sah sich selbst, ganz wirklichkeitsgetreu und in allen einzelheiten, wie er in einem großen haufen aus all seinen liebsten käsesorten saß - von cheddar bis brie! er sah vor sich, wie er die vielen käsearten aß, die er mochte, und erfreute sich an dem, was er sah. dann stellte er sich vor, wie er sich den großartigen geschmack der unterschiedlichen käsesorten auf der zunge zergehen lassen würde.
je deutlicher ihm das bild des neuen käses vor augen stand, desto wriklicher wurde es, und desto mehr konnte er fühlen, dass er den käse finden würde.
er schrieb:

allein schon die vorstellung davon, wie mir der neue käse schmecken wird, führt mich zu ihm.

__________________

ALLET RUHRPOTT AUSSA BRAUNSCHWEICH


21.10.2006 16:03 Karrlchen ist offline E-Mail an Karrlchen senden Homepage von Karrlchen Beiträge von Karrlchen suchen Nehmen Sie Karrlchen in Ihre Freundesliste auf

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